Beate Klarsfeld warnt vor AfD


​Beate Klarsfeld in der Dauerausstellung des Mémorial de la Shoah, Paris

© Foto: Heinrichs

 

Anlässlich einer Ausstellung zu den ersten zehn Jahren des Engagements von Beate und Serge Klarsfeld für die Opfer des Holocaust und gegen die Straffreiheit der Verantwortlichen in der Nazizeit für die Durchführung der sogenannten Endlösung in Frankreich und Deutschland hat Beate Klarsfeld erneut vor der AfD gewarnt. Bei einem Gespräch mit dem Leiter der Gedenkhalle Oberhausen, Clemens Heinrichs, im Pariser Mémorial de la Shoah drückte sie ihre Sorge darüber aus, dass AfD-Politiker trotz ihrer rassistischen Äußerungen verantwortliche Positionen auf Bundesebene übernähmen. Sie sagte, es sei für sie schwer erträglich, dass die AfD als rechtsnationale Partei nun ihre Ideologie im Reichstag verbreiten dürfe, also dort, von wo aus schon die Nazis Unheil über die Menschheit gebracht hätten. Die Würde des Menschen sei unantastbar, so stehe es im Grundgesetz. Der Staat habe grundsätzlich alle Menschen in ihrer körperlichen und seelischen Integrität zu beschützen, daher dürfe er nicht durch rechtsradikale Demagogen zur Repressionsinstanz verändert werden.

 

Die Ausstellung „Beate et Serge Klarsfeld. Les combats de la mémoire 1968 – 1978“ zeichnet das entscheidende Jahrzehnt nach, das zum Wendepunkt in der Entwicklung der Erinnerung an den Nationalsozialismus und seine Verbrechen an der Menschheit wurde. Sie ist noch bis zum 29. April 2018 im Mémorial de la Shoah in Paris zu sehen.