Nazijägerin Beate Klarsfeld appelliert an Bürger zur Europawahl

1. Mai 2019 - 15:00 Uhr

In einem Interview mit dem Leiter der Gedenkhalle, Clemens Heinrichs, hat die Journalistin und als Nazi-Jägerin bekannt gewordene Beate Klarsfeld die Wähler in Europa aufgefordert, nicht für europafeindliche Parteien zu stimmen, die rassistisch, antisemitisch und kriminell seien. 

 

Beate Klarsfeld ist in Oberhausen keine Unbekannte. So hatte sie persönlich zur Ausstellung der Gedenkhalle über Marlene Dietrich beigetragen. Und zur Premiere des Dokumentarfilms der Gedenkhalle über ihren Umgang mit Marlene Dietrich, die in der LICHTBURG gefeiert wurde, war Beate Klarsfeld eigens nach Oberhausen angereist.

 

Seit Ende letzten Jahres haben Beate Klarsfeld und ihr Mann Serge mehrfach mit ganzseitigen Annoncen in der französischen Tageszeitung LE FIGARO zur Verteidigung Europas bei der Europawahl am 26. Mai aufgerufen. Nur die Europäische Union biete Europa eine friedliche Zukunft.

 

Mit Blick auf die verheerende europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts könne man es sich laut Beate Klarsfeld auf keinen Fall wünschen, dass ein Europa der Nationen, der Nationalismen und der tödlichen Ideologien wiedererstehe. Gewalt zwischen Staaten oder Bürgern dürften nicht wiederkehren, auch dürfe kein Europa der Fremdenfeindlichkeit, des Rassismus und Antisemitismus neu entstehen.

 

Die Rückkehr des Rechtspopulismus und einer extremen Rechten auf die politische Bühne sei in ganz Europa eine so eindeutige Gefahr, dass man sich entschieden dagegen wehren müsse. Gelinge dies nicht, sollten sich insbesondere die europäischen Juden darauf vorbereiten, Europa verlassen zu müssen.

 

Am 3. Juli werden Beate und Serge Klarsfeld in Paris für ihre jahrzehntelangen Verdienste um die historisch-politische Aufklärung von nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und über die aktuelle extreme Rechte mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis ausgezeichnet.